Gekaufte Nutzersignale für bessere CTR und ein gutes Ranking im Google?

Google wertet über 200 Signale aus, um die Platzierung einer Webseite zu einem Suchbegriff zu bestimmen. Neben den größten Stellschrauben, Content und Links, werden auch Nutzersignale häufig als entscheidendes Kriterium genannt. Doch lassen sich diese Signale künstlich nachbilden?

Nutzersignale als neuer alter Hype und Handelsware

Findige Agenturen versuchen mögliche Rankingsignale wie etwa die Besuchsdauer, Absprungrate, Klickrate in den SERPs. Auch wenn es viele Missverständnisse über Nutzersignale gibt, sind einige dieser Signale, etwa die CTR auf den Suchergebnisseiten, sicher ein interessantes Signal, das Google nicht ignoriert.

Künstlich erzeugen lassen sich diese Usersignale über Micro Job Plattformen, bei denen Nutzer für das erfüllen einer kleinen Aufgabe, etwa das Durchführen einer Suche und der anschließende Klick auf ein bestimmtes Ergebnis, eine geringe Summe erhalten. Tests zeigen, dass dieser Ansatz nicht wirkungslos ist, aber einen großen Haken hat: Der positive Effekt hält nur an, wenn die künstlich erzeugten Signale einen wesentlichen Anteil an der Gesamtheit der Signale haben, ein steter Kampf gegen die natürlichen Suchgewohnheiten aller echten Nutzer. Je höher das Suchvolumen, je höher die Platzierung, desto mehr steigt der Aufwand.

Aktuell finden sich wieder vermehrt Angebote solcher gefaketen Nutzersignale, dabei ist das Thema eigentlich schon uralt, bereits um 2010 versuchten findige Seitenbetreiber auf diese Weise die Rankings zu beeinflussen, mit kurzfristigen Erfolgen und teils sehr unschönen, langfristigen Nebenwirkungen. Durch einen Experiment von Rand Fishkin aus den USA gewann diese alte Methode wieder an Aktualität, auch wenn sich dieses bei näherer Betrachtung gar nicht um die CTR allgemein sondern eines Spezialfall bei Nachrichtenwebseiten  und der Einstufung newswürdiger Inhalte handelt. Dem neuen Trend tat dies keinen Abbruch.

Was ist vom Kauf von Nutzersignale zu halten?

Gar nichts, möglicherweise lassen sich bei Begriffen mit geringem Suchvolumen und abseits von Seite 1 kurzfristige, positive Schwankungen erzeugen, diese sind aber weder nachhaltig, noch sind Nutzersignale für Google besonders wertvolle Signale. Google bezeichnet sie als „Noisy Signals“, Signale die eher ungenau sind und daher im Algortihmus nur eine Nebenrolle spielen. Garry Illes bezeichnete die Experimente von Rand Fishkin sowie im speziellen Verweildauer und CTR als „made up crap“.

Nicht alle offiziellen Aussagen von Google sind zu 100% für bare Münze zu nehmen, in diesem Fall gibt es aber keinen Grund und keinen Hinweis, der gegen dieses unvorteilhafte Statement spricht. Es gibt bessere, vielfach bewährte und auch offiziell als wirksam bestätigte Signale wie Backlinks, die zu ähnlichen Kosten weitaus bessere und nachhaltigere Effekte erzielen.