Ist Linktausch sinnvoll oder eher schädlich?

Linktausch galt seit Anbeginn der Internetzeit als probates Mittel, um eine Webseite bekannter zu machen, sich gegenseitig zu empfehlen. Wie Matt Cutts 2014 in seinem Blog  zum Thema Gastartikel schrieb, haben schöne Dinge im SEO Bereich leider die Tendenz dazu, so überstrapaziert zu werden, dass am Ende nur noch Webspam übrig bleibt. Wie ist der Status Quo bei Linktausch?

Wann ist Linktausch unproblematisch und hilfreich?

Eine reziproke Empfehlung ist für sich genommen nicht falsch oder aus SEO Sicht gefährlich. So wäre es beispielweise völlig natürlich, wenn eine SEO Agentur und eine Webdesign Agentur die zusammenarbeiten und gemeinsam Kunden betreuen, jeweils auf den anderen verweisen. Auch ein Shop für Diamantschmuck darf natürlich gerne auf ein Werttransport Unternehmen das genutzt wird verweisen, andersrum darf das Logistikunternehmen als Referenz auf den Shop verweisen.

Aber was ist, wenn ein Hotel auf einen Sportwetten Affiliate verlinkt und umgekehrt?  Keine gute Idee, denn diese Empfehlung macht weder für den Nutzer Sinn, noch ist irgendein thematischer Zusammenhang sichtbar. Die Verlinkung dient einzig und alleine dazu, gegenseitig einen Link für Google zu erzeugen, ohne weiteren Mehrwert.

Wann ist Linktausch gefährlich und kann zu Abstrafungen führen?

Immer dann, wenn keine Auslegung zu Gunsten des Webseitenbetreibers möglich ist und ein Link nicht als echte Empfehlung verstanden werden kann. Egal ob reziprok oder um zwei Ecken, was Google heute sehr clever nachvollziehen kann, besonders problematisch wird Linktausch wenn gleich ein ganzer Schwung Links getauscht wird und diese geballt an einer Stelle, etwa im Footer, in der Sidebar eines Blogs oder gar auf einer Unterseite für Links und Linktausch auftauchen.

Je länger die Liste an angeblichen Partnern, je weniger thematischer Bezug untereinander, je mehr das Ganze für den Besucher versteckt in schwer erreichbaren und für den normalen Nutzer nicht direkt sichtbaren Bereichen der Webseite stattfindet, desto gefährlicher.

Ein Google Mitarbeiter, der zum Beispiel einen Spam Report prüft, urteilt nicht vorschnell und legt Auffälligkeiten im Zweifel „in dubio pro reo“ aus. Was nicht zweifelsfrei Webspam ist, wird nicht als solcher gewertet. Das setzt aber voraus, dass irgendeine Form von Mehrwert für den Nutzer aus der gegenseitigen Verlinkung  ersichtlich sein muss oder dieser einer nachvollziehbaren Logik folgt. Bleibt alleine ein Link für SEO Zwecke als mögliche Auslegung, folgt unweigerlich eine manuelle Maßnahme bei der auch weitere Links entfernt werden müssen.

Wie ist der Tausch von Links insgesamt zu bewerten?

Linktausch ist nicht automatisch böse, deshalb spricht Google auf der offiziellen Webmaster FAQ auch von „Linktauschprogrammen“, „exzessivem Linktausch“  und „Partnerseiten zu dem ausschließlichen Zweck der gegenseitigen Verlinkung“.  

Wie schon im weiter oben erwähnten Post von Matt Cutts ist der Grat zwischen einem aus Sicht von Google legitimen Verhalten und systematischer Manipulation schmal, wenn nicht nur ein oder zwei Links getauscht werden. Insgesamt ist das Risiko im Vergleich zu anderen Möglichkeiten des Linkbuilding aber kritisch zu sehen. Es gibt ebenso effektive Methoden, bei denen das Risiko über das Ziel hinauszuschießen deutlich geringer ist.