Linkentwertung mit dem Google Disavow Tool sinnvoll?

Bis zur Einführung des Pinguin Algorithmus im Jahr 2012 galt, dass Links im schlimmsten Fall keinen Effekt hatten. Dieser Ansatz von Google führte dazu, dass viele Seitenbetreiber Eintragslinks oder per Software erzeugte Spamlinks in Massen auf ihre Webseiten schalteten, frei nach dem Motto „Viel hilft viel.“

Der Tag an dem Spamlinks toxisch wurden

Mit dem Google Pinguin änderte sich das schlagartig, in einem der größten Schläge gegen Webspam seit Gründung von Google wurden die Karten neu gemischt. Viele Webseiten mussten empfindliche Rankingeinbußen hinnehmen, Einbrüche um 80% und mehr waren an diesem schicksalhaften 24. April 2012 keine Seltenheit.

Plötzlich waren billige Massenlinks toxisch, doch die Entfernung dieser Links stellte ein echtes Problem dar. Weder die Blogbetreiber deren Seiten mit abertausenden Spamkommentaren geflutet waren, noch die Anbieter von Webkatalogen, Social Bookmarks oder Artikelverzeichnissen waren auf den Ansturm der Anfragen zur Löschung dieser Links gefasst. Viele waren auch, völlig zu Recht, nicht bereit im großen Stil Zeit auf die Entfernung von Links zu verwenden, die andere per automatisierten Spam bei ihnen hinterlassen hatten. Kurz: Diese Links waren so gut wie nicht entfernbar, eine Rettung aus dem Pinguin daher fast unmöglich.

Rettung in Form des Disavow Tools

Google erkannte das Problem und stellte im Folgejahr das sogenannte Disavow Tool zur Verfügung, das heute unverändert zur Verfügung steht. Durch das Hochladen einer Liste an URLs oder Domains in diesem speziellen Bereich der Google Search Console besteht für jeden Webmaster die Möglichkeit, Links die auf die eigene Webseite verweisen zu entwerten. Genauer: Anzuregen, diese Links nicht in den Linkgraphen aufzunehmen, es handelt sich lediglich um einen unverbindlichen Wunsch, dem Google aber in aller Regel vollumfänglich folgt.

Wie nutze ich das Google Disavow Tool?

Vorab sei erwähnt: Das Entwerten von Links sollte niemals anhand von automatisch per Software generierten Listen erfolgen. Genauso schädlich wie Linkspam per Software ist es, Software die Auswahl der zu entwertenden Links anhand irgendwelcher Metriken aus einem Tool zu überlassen. Das Erkennen wirklich schädlicher Links erfordert Erfahrung und sollte nur von einem Profi durchgeführt werden.

Der Ablauf selbst ist denkbar einfach: Sie erstellen eine Liste aller Links, die entwertet werden sollen als Textdatei. Um sicher zu sein, dass keine Reste zurückbleiben, etwa über Tag Seiten, Archive, www und non-www, http und https Varianten, sollte immer auf Domainebene per domain:example.com entwertet werden. Hochladen, zweimal bestätigen, fertig.

Ist es sinnvoll das Disavow Tool zu benutzen?

Mit der Überführung des Penguin Algorithmus in der Kernalgorithmus und die Abkehr von Updates zu einem bestimmten Stichtag wurden auch die Zügel wieder etwas gelockert, viele spammige Links werden seit Ende 2018 wieder ignoriert, statt konsequent abgestraft.

Dennoch steht fest: Insbesondere über einen längeren Zeitraum und in größeren Mengen gesetzt, können billige, automatisierte Spamlinks auch heute noch erhebliche Rankingeinbußen nach sich ziehen.   

Google dementiert zwar, dass negatives SEO, also das Setzen vom Spamlinks auf fremde Webseiten um diesen zu schaden, funktioniert. Die Praxis zeigt aber, dass auch wenn viele derartige Versuche scheitern, manche leider erfolgreich sind. Das gilt gerade für jüngere Webseiten, die noch keine lange, positive Historie aufweisen sowie kleinere Seiten mit insgesamt schwächerem Linkprofil.

Nicht jeder Spamlinks ist gleich schädlich, nicht jede Scraper Seite gleich eine negative SEO Attacke, aber eine regelmäßige Überprüfung des eigenen Backlinkprofils und die Entwertung besonders unschöner und eindeutig schädlicher Links, macht Sinn. Umso mehr, wenn man sich den Aufwand vor Augen führt: Ein Linkaudit mit Entwertung aller toxischen Links dauert selten länger als einige Stunden, die Kosten sind somit auch bei Ausführung durch einer professionellen Agentur überschaubar.

Eine Abstrafung die bereits eingetreten ist zu beheben ist bei manuellen Maßnahmen schnell erledigt, bei algorithmischen Filtern, zu denen auch der Pinguin zählt, vergehen aber oft viele Monate, im Extremfall Jahre, bis sich eine Webseite wieder erholt. Da dadurch potentiell entstehende Schaden ist gewaltig, kann existenzbedrohend sein. Die Frage, ob es sinnvoll ist, das Google Disavow Tool zum Einsatz zu bringen, muss demnach auch heute noch mit einem klaren „Ja!“ beantwortet werden. Übertriebene Panik vor einzelnen schlechten Links ist fehl am Platze, die Probleme, welche durch Spamlinks auftreten können, zu ignorieren ist dennoch Leichtsinn, auf den ein böses Erwachen folgen kann.

Sie brauchen professionelle Hilfe bei der Linkbewertung, einem Disavow oder Reinclusion Request?

Wir haben jahrelange Erfahrung mit der bewertung von Links und schon hunderte Webseiten erfolgreich von Abstrafungen, Penalties und manuellen Maßnahmen befreit, Link Audits und vorsorgliche Disavows vorgenommen. Wir wissen genau, welche Links in welchem Umfang problematisch sind, gleichtzeitig schonen wir Links, die keine negativen Effekte nach sich ziehen.

Unser Ansatz: Entfernt oder entwertet wird nur so viel wie nötig, aber so wenig wie möglich. Im Rahmen einer manuelle Maßnahme reicht ein reiner Disavow meist nicht aus, hier müssen Links auch effektiv entfernt werden. Bei algorithmischen Filtern, wie dem inzwischen in der Core Algorithmus überführten Pinguin, reicht hingegen eine reine Entwertung.

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